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"TELEPORTATION" (2001) - Marlene Hofmann

Artikel des „TELE-Fretzen“ vom November 2001, Rubrik: Wissenschaft + Technik

Es ist neu auf dem Markt. Es ist zeitsparend und voll im Trend. Es heißt: TELEPORTATION. Die beiden hochbegabten Wissenschaftlerinnen Notna und Lene (Künstlernamen) erfanden vergangenen Montag aus der Not heraus eine vollkommen neue Form des Reisens, die globale Folgen haben und die Welt grundlegend verändern wird. Sie nannten ihr Meisterwerk TELEPORTATION. Die TELEPORTATION stellt eine bequeme Alternative zum Laufen, Rad-, Dreirad-, Schubkarre-, Auto-, Bus- und Bahnfahren, sowie zum Fliegen und Schwimmen, dar. Bei der absolut neuen Reisemethode handelt es sich um eine magische Technik, die allen Gesetzen der Physik, Chemie, Biologie und sämtlichen anderen Wissenschaften grundlegend widerspricht, was die Genialität der beiden Forscherinnen außer Frage stellt.

Wie alles begann: Notna und Lene befanden sich in einer absoluten Notsituation. Es ging um große Entfernungen, die sie von anderen Menschen trennten und welche sie nur mit großem Zeit-, Kraft- und Geldaufwand überwinden konnten. Deshalb musste eine Lösung her, um dieses Makel der modernen Technik zu beseitigen. Die TELEPORTATION wurde erfunden. Mit ihrer Hilfe kann man sekundenschnell von einem
Ort zum anderen und wieder zurück reisen. Egal wohin, woher und für wie lange. Durch die TELEPORTATION öffnen sich unserer Gesellschaft neue Wege. Die Technik ist für jedermann offen und kostet keinen Pfennig.

Für unsere Zeitung „TELE-Fetzen“ demonstrierten die beiden intelligenten, gutaussehenden, jungen Damen
die einzigartige Technik ihrer Erfindung zum ersten Mal offiziell und für jeden zum sofortigen nachmachen. Sie standen sich an den Händen gefasst gegenüber und hatten beide die Augen fest geschlossen. Wir konnten beobachten, wie sich Lenes linke Hand immer fester um Notnas blauen Gips schloss. Dann rief Lene „Nach München!“ und Notna „Nach Greiz!“ und beide verschwanden vor unseren Augen in rotem Nebel. Als dieser sich lichtete war der Platz, an dem sich das unschlagbare Wissenschaftlerinnen-Team eben noch befunden hatte, vollkommen leer. Da uns versprochen worden war, dass die Reise nicht lange dauern würde, warteten wir mit angehaltenen Atem. Nach drei Minuten wagte der Kameramann das erste Mal Luft zu holen und ich schaute auf die Uhr. Aber nur wenige Sekunden später erschien ein orange-gelber Nebel und mit ihm Lene
und Notna. Die TELEPORTATION war geglückt und beide heil zurück. Im anschließenden Interview standen uns die Forscherinnen Rede und Antwort.

TELE-Fetzen: Wo waren Sie gewesen?

Lene: In Hof.

TELE-Fetzen: Aber hieß ihr Ziel nicht München?

Lene: Meines schon, doch meine Kollegin wollte nach Greiz.

Notna: Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass bei der TELEPORTATION berücksichtigt werden muss, dass sich die Teleportationspartner für ein und das selbe Reiseziel entscheiden müssen. Da das bei uns
nicht der Fall war, sind wir irgendwo zwischen München und Greiz gelandet.

Auch wenn noch nicht alles ganz zu Klappen scheint, ist eines doch sicher: Die TELEPORTATION ist eine absolute Neuheit in der Technik unseres Zeitalters. Vielleicht haben wir es hiermit sogar mit dem Anbruch eines neuen Zeitalters zu tun. Dem TELEPORTATIONSZEITALTER.

 


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